Link verschicken   Drucken
 

Lernwerkstatt und Bücherei

Die Lernwerkstatt -

SPIELEN UND NOCH MEHR ... MACHEN SCHULE

Der Verein "Mehr Zeit für Kinder e.V." schreibt seit Jahren den inzwischen bundesweiten Wettbewerb "Spielen macht Schule" aus.

Das Konzept, in Schulen mehr zu spielen, wurde mit dem Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen, Ulm unter der Federführung des renommierten Gehirnforschers Professor Dr. Dr. Manfred Spitzer entwickelt. "Die Erkenntnisse der modernen Hirnforschung zeigen, dass aktive Erfahrungswerte mit klassischem Spielzeug nachhaltiger sind als die passive Vermittlung, wie sie durch das Fernsehen oder am Computer stattfindet." Und sicher keine neue Erkenntnis: "Im Spiel erwerben Kinder grundlegende Kompetenzen wie Teamfähigkeit oder den Umgang mit Konkurrenzsituationen – Kernkompetenzen" des sozialen Lernens. (s. Homepage des Vereins "Spielen macht Schule")

Überzeugt von diesem Ansatz konnte ich zusammen mit der damaligen Lehramtsanwärterin Frau Ulrike Busler 2008 ein Konzept für das Spielen in unserer Schule entwickeln, das die Jury überzeugte.

Aus einem Katalog von pädagogisch wertvollen Spielen durften wir über 100 Spiele aussuchen und kostenfrei bestellen. Frau Corina Romanacci, in dieser Zeit die Rektorin unserer Schule, und ich beschlossen, für die Spiele einen Raum einzurichten, der mehr als ein Spielzimmer sein sollte. Uns schwebte eine Lernwerkstatt vor.

Deshalb besuchten wir im Vorfeld z.B. die Grundschule in Petershausen, die bereits über eine solche verfügte und holten uns Anregungen.

Die Inneneinrichtung des Raumes oblag in der Planung, im Entwickeln eines Farbkonzeptes, im Aussuchen und Bestellen der Möbel mir. So konnte ich auch ein sog. "Haus im Haus" einbauen lassen. Über eine kleine Treppe erreichen die Kinder eine kuschelige Ecke zum Schmökern. Bücherspenden, z.B. durch den neu gegründetetn Förderverein und des Rotary-Clubs, erlaubten es uns, auch schon mit einer kleinen Bibliothek zu beginnen. Eine Geldspende einer ortsansässigen Bank unterstützte auch noch einige Anschaffungen. Die Stadt als Sachaufwandsträger trug natürlich hauptsächlich dazu bei, dass der Raum so eingerichtet werden konnte. In einer konzertierten Aktion mit dem ganzen damaligen Kollegium bestückten wir den Raum mit den, bis dato, mobil genutzten Spielekisten und weiteren Materialien für die Schülerhand zum Lernen und Experimentieren. Außerdem standen und stehen den Schülern vier Computer zur Verfügung, um z.B. digitale Lernmaterialien selbstständig zu nutzen.

 

Am 23.04.2009, am Welttag des Buches, war es dann soweit.

Wir konnten in einer großen Schulfeier mit geladenen Gästen die Lernwerkstatt

feierlich einweihen. Jede Klasse stellte ihr Lieblingsspiel vor.

Sogar ein Lied wurde von unserer musikbegeisterten Kollegin, Frau Tessun für die Einweihung getextet und vertont. Alle Klassen zogen nach der offiziellen Eröffnung in einer langen Polonaise durch das neue Zimmer hindurch. Viele Gäste blieben noch, um sich eine Dokumentation über die Lernwerkstatt anzusehen.

Der neue Raum lud nun zum Spielen und zum selbsttätigen Lernen ein.

Es gab auch immer wieder besondere Projekte rund um die Lernwerkstatt, wie z.B. ein alternativer Medientag (Spiel`mal`wieder mit mir– Spiele ohne PC & Co“), das Bauen von Leseschachteln für besondere Bücher, eine Märchenwerkstatt, Projekttage einzelner Klassen zum Experimentieren mit Magnetismus, ein Spielwettbewerb u.a. mehr.

2013 hatten wir in der Schulleitung die Idee, die Lernwerkstatt auch zu einer Ausleihbibliothek zu machen. Durch Spenden und aus Eigenmitteln war es uns gelungen unser Kontingent an Büchern aufzustocken, ein Programm für die Registrierung der Bücher zu kaufen und pädagogisch wertvolle und lesefördernde Bücher anzuschaffen.

Unsere Einführungsveranstaltung, wieder am Welttag des Buches, 2013 war für die gesamte Schule und die interessierten anwesenden Eltern ein freudiges Ereignis.

Jede Klasse baute zu einem als Klassenlektüre gelesenen Buch ein Mobile als Schmuck für die Lernwerkstatt. Meine damalige Klasse erweckte in einem Theaterstück das Bilderbuch "Der Buchstabenbaum" von Leo Lionni zum Leben.

Seitdem ist die Ausleihbibliothek regelmäßig in der Woche für alle Klassen geöffnet.

Die Kinder können sich in der Zeit mit Büchern und Spielen beschäftigen und Bücher ausleihen. Mit betreut wird die Lernwerkstatt inzwischen von der Jugendsozialarbeit an unserer Schule und engagierten Eltern, die sich um die Ausleihe kümmern. Dabei steht uns aus der Elternschaft die gelernte Bibliothekarin, Frau Rautner, von Anfang an zur Seite.

Die ersten Klassen erhalten jedes Schuljahr eine Einführung mit der Leseratte Sami, dem Bibliotheksmaskottchen, im Umgang mit Büchern und Spielen. Außerdem haben wir im 2015 z.B. zum Jahresthema "Kinderliteratur in verschiedenen Medien" nochmals eine Märchenwerkstatt im Spielzimmer für einige Wochen eingerichtet.

Im Rahmen von Sommerfesten oder Elternabenden für die zukünftigen Erstklässler, bietet unser engagiert arbeitender Förderverein Schulhausführungen an. Highlight ist dabei sicher auch die Lernwerkstatt.

 

Wer gerne noch mehr über das Konzept oder die Entstehung der Lernwerkstatt wissen will, ist herzlich eingeladen, sich die Dokumente im Anhang anzusehen.

Ein nächstes Projekt mit der Lernwerkstatt steht nun unter der Leitung von unserer Rektorin Frau Denzinger und mir an. Die Hubert- Beck-Stiftung hat uns großzügig Gelder zur Verfügung gestellt, so dass wir in dem schönen Raum eine Ecke

für unseren Hörclub einrichten können, der dann spätestens im nächsten Schuljahr starten wird. So gibt es immer wieder Neues von der Lernwerkstatt.

 

Ingeborg Schwab

(Konrektorin)

 

Dokumentation_Lernwerkstatt

 

Presse_Merkur_Lernwerkstatt

 

Presse_SZ_Lernwerkstatt