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Streitschlichter

 

 

Streitschlichter an der Grundschule Johann-Schmid

 

Unser Konzept:

 

1. Die Streitschlichter an der Johann-Schmid-Schule – die Idee dahinter!

 

Kinder als ausgebildete Streitschlichter leisten einen wesentlichen Beitrag zu friedlicheren Pausen, weil sie "kleinere" Streitfälle lösen, die sonst eskalieren könnten oder ungeklärt blieben.

 

Gemeint ist Streit ohne starke körperliche oder psychische Verletzungen.

Größere Streitfälle werden von den Lehrerinnen und Sozialpädagoginnen an unserer Schule, geklärt und miteinander gelöst.

 

Die Gründe, warum wir es sinnvoll finden kleinere Streitigkeiten mit Hilfe von Streitschlichtern zu lösen, sind für uns:

 

  • Kinder wissen über Kinder Bescheid, weshalb sich diese leichter in die Probleme und Streitereien hineinversetzen können.

  • Kinder sollen lernen gewaltfrei zu streiten.

  • Kinder lernen von Kindern.

  • Kinder sollen sich gegenseitig helfen und somit ihre Sozialkompetenz steigern.

  • Kinder sollen lernen, Verantwortung zu übernehmen, sowohl für sich selbst, als auch für andere.

  • Kinder sollen lernen, wie man hilfreich und konstruktiv streitet, das bedeutet u.a. zu erkennen, wie aus einem Streit für die Zukunft gelernt werden kann.

  • Kinder sollen lernen, wie man sich versöhnen kann, wie Kompromisse zu einem guten Miteinander führen.

     

     

    2.Das Streitschlichter-Team

     

    Die Lehrerkonferenz hat im Schuljahr 2013/14 beschlossen die „Streitschlichter“ an der Schule zu etablieren, um die Kinder bei der selbst-ständigen Entwicklung sozialer Kompetenzen zu unterstützen. Daraufhin haben Katja Matschke (JaS), gemeinsam mit Sabrina Fersch (Lin), die Leitung der „Streitschlichter-AG“ für das Schuljahr 2014/15 übernommen. Seit dem Schuljahr 2015/2016 ist Cläre Luther-Hubrich (Lin) ins Team für Frau Fersch gekommen.

     

     

     

     

     

    3. Inhalt und Ablauf

     

    Damit auch die Eltern über das Konzept der Streitschlichter an der Schule in Kenntnis gesetzt werden, wird jedes zweite Schuljahr ein allgemeiner Informationsabend vom Streitschlichter-Team veranstaltet.

     

    Die Ausbildung der Kinder findet im Rahmen einer AG am Nachmittag statt.

    Als Grundlage für die Arbeit mit den Kindern in der AG dient das Konzept von Dieter Kirsch und Marina Götzinger: „Grundschulkinder werden Streitschlichter“. Die dort zugrunde gelegten Stufen der Ausbildung, die die Schüler durchlaufen müssen, werden durch den von Frau Matschke erarbeiteten Ablauf der Streitschlichtung und gruppenpädagogische Elemente ergänzt.

     

     

    4. Auswahl der SchülerInnen

     

    Als Streitschlichter können sich SchülerInnen aus allen dritten Klassen bewerben. Dafür füllen die Interessenten am Ende der zweiten Klasse ein Bewerbungsformular aus, in dem sie unter anderem angeben, warum sie Streitschlichter werden wollen.

     

    Bei der Auswahl der SchülerInnen für die AG durch das Team, werden verschiedene Kriterien berücksichtigt: eine gerechte Mischung aus Jungen

    und Mädchen wird bedacht, aus allen dritten Klassen gleichmäßig und die Auswahl soll auch der sozialen Bandbreite gerecht werden. Die Anzahl von 8 Kindern für die Ausbildungsgruppe hat sich bewährt.

     

     

    5. Ablauf der Ausbildung

     

    Die Ausbildung der Streitschlichter beginnt immer Anfang Oktober des jeweiligen Schuljahres. In einer wöchentlich statt-findenden zweistündigen Arbeitsgemeinschaft (AG) erarbeiteten die angehenden Streit-schlichter den Ablauf einer Schlichtung, sowie den Umgang mit auftretenden Problemen.

     

    Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Aula (Anmeldung über die Mittagsbetreuung) werden an den Nachmittagen der Ausbildung folgende Themen behandelt:

     

  • Unterschied zwischen Mediation (Streitschlichtung) und Gericht

  • Die Regeln der Streitschlichtung, welche die Streitparteien einhalten müssen

  • Die Rolle der Streitschlichter (unparteiisch, zurückhaltend, nur Unterstützer)

  • Gefühle der Streitenden erkennen und berücksichtigen

  • Wie kann ich den Konflikt verstehen und zusammenfassen? (Eisbergmodell)

  • Welche Hilfsfragen helfen mir, die Streitenden zu einer Lösung zu führen?

  • Lösungsvorschläge der Streitparteien sammeln

  • Vertrag schließen und Nachtreffen vereinbaren

     

    Gegen Mitte des Schuljahres legen die Streitschlichter ihre Prüfung ab. Frau Kelle (Caritas JaS an der Grundschule Ganghofer Straße) kommt dazu zu einem extra Termin.

     

     

    In einer der folgenden Schulversammlungen werden die Streitschlichter dann der gesamten Schulfamilie vorgestellt und erhalten ihre Urkunden. Die Arbeit der Streitschlichter auf dem Pausenhof gemeinsam mit den Streitschlichtern des Vorjahres beginnt. Die AG endet erst zum Ende des Schuljahres, um alle noch gut begleiten zu können.

     

     

    6. Die „Arbeit“ der Streitschlichter

     

    Die Streitschlichter sind in den Pausen aktiv. Jeweils zwei Kinder haben in einer Pause „Dienst“. Ein Dienstplan, der im Schaukasten am Eingang der Schule hängt, informiert die Schüler und die Pausenaufsicht führenden Lehrer, welches Kind an welchem Tag Dienst hat.

     

    Die aktiven Streitschlichter tragen gelbe Westen und werden deshalb gleich von den Mitschülern erkannt.

     

    Streitende können ihren Streit nur dann klären lassen, wenn sie selbstständig auf die Streitschlichter zugehen (Freiwilligkeit ist Voraussetzung und Teil der Idee) und diese um eine Schlichtung bitten.

    Dazu hat die AG eine „Schlichtungsecke“ mit einem runden Tisch und Stühlen in der Schulaula eingerichtet, welche durch Trennwände von der restlichen Aula getrennt ist. Hier können in weitgehend ruhiger Atmosphäre die Streitereien der Pausen geschlichtet werden.

     

     

    Konzept: Katja Matschke (JaS), Sabrina Fersch (Lin) und Cläre Luther-Hubrich (Lin)

    Stand: 16.03.2017