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Unsere Schulgeschichte

Geschichte der Grundschule an der Johann-Schmid-Straße

60 Jahre  Schulhausgeschichte

1956 - 2016

 

Unsere Schulgeschichte ist natürlich eng mit der Schulgeschichte Unterschleißheims verbunden. Deshalb lassen Sie uns eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit unternehmen:

 

„Da beide Eltern berufstätig sind, lungern die Kinder tagsüber ohne Aufsicht herum, treiben unnütze Dinge und erlernen den Müßiggang. Werden sie älter, so scheuen sie die Arbeit, da sie nie zu nützlicher Beschäftigung angehalten wurden, geraten in Laster und Schande, erregen in der Öffentlichkeit Anstoß und fallen den anständigen Menschen und dem Staat zur Last“

 

Dies schrieb der Schleißheimer Verwalter Wagner im März 1740 an den Kurfürsten Karl Albrecht.

Die Konsequenz damals war, um diese Zustände zu beenden:

Ein Lehrer musste her!

Doch in Bayern wurde die allg. Schulpflicht erst 1771 verordnet, allerdings erfolglos. Gerade auf dem Land mussten die Kinder häufig in der Landwirtschaft mitarbeiten. Der Schulbesuch galt als Zeitverschwendung. Erst die Einführung der sechsjährigen Schulpflicht an Weihnachten 1802 legte endlich den Grundstein der Bildungspolitik in Bayern.

 

Die Unterschleißheimer Kinder mussten von da an jeden Tag nach Oberschleißheim ins Alte Schloss zum Schulunterricht laufen und dies über 64 Jahre lang, denn erst im Februar 1866 konnte Unterschleißheim sein erstes Schulgebäude einweihen. Der Unterricht begann für 26 Werktags- und 13 Feiertagskinder und einem Lehrer, die Einwohnerzahl lag bei ca 300. Also, um einiges weniger, als unsere Schule momentan Schüler hat.

 

Nachdem die Einwohner- und somit auch die Kinderzahl in den späteren Jahren ziemlich gestiegen war, wurde zwar im Jahr 1910 der Bau von weiteren Schulsälen in Erwägung gezogen, jedoch konnte dies aufgrund des 1.Weltkrieg nicht durchgeführt werden.

 

Erst unter Bürgermeister Danzer wird ein Neubau beschlossen. Die „Neue Schule“ konnte dann am 29. November 1931 auf dem Hackergrundstück, gegenüber der alten St.Ulrich Kirche eingeweiht werden. Auch eine zweite Lehrkraft wird eingestellt: Maria Traut.

 

In den Jahren nach dem Neubau stieg insbesondere durch die Gründung der Siedlung Lohhof, die Schülerzahl ständig an.

Es herrschte große Raumnot. Für 10 Klassen standen zwei Klassenzimmer und drei Behelfsräume zur Verfügung.

 

Nach dem 2. Weltkrieg stieg die Bevölkerungszahl erneut an, somit auch die Schülerzahl. 50 - -80Schüler pro Klasse in den Jahrgangsstufen 1-8 hatten die Lehrerinnen und Lehrer zu meistern.

Trotz dieser – heute würde man sagen – unzumutbaren Zustände waren die Lehrer und Lehrerinnen jedoch sehr engagiert und freudig bei der Sache. Dies erfuhr ich durch interessante, manchmal aber auch erstaunliche und belustigende Beschlussfassungen von Lehrerkonferenzen aus den 40ern und 50er Jahren, die wir

im Zuge der Vorbereitung der Geburtstagsfeier und der Errichtung unseres kleinen Museums in der Aula, fanden.

1952 , es gab neun Lehrer und einen Rektor Bauer:

Es wurde z.B. beschlossen, dass sich alle Lehrer mit der Bedienung des Filmgerätes vertraut machen müssen, da nun regelmäßig Schulfilmstunden stattfinden sollten. Für die letzte Schulwoche im Jahr 1952 wurde z.B. der Film „der Berg ruft“ mit Luis Trenker vorgeführt.

Für das Schuljahr 52/53 hatten die Lehrer ein Budget von 35Euro pro Schuljahrgang zur Anschaffung neuer Bücher zur Verfügung.

1953 wurde ein Milchfrühstück eingeführt, für welches jeder Schüler 15Pfennig pro Tag bezahlen sollte. Sehr bald merkte man jedoch, dass dieser Preis als zu hoch angesetzt wurde.

Und im Jahr 1954 wurde durch die Lehrerkonferenz erlassen, dass ab sofort die Schüler keine Steinschleudern und Luftgewehre in den Pausenhof mitnehmen durften.

Die Zustände in den Schulgebäuden verschlechterten sich: 1953 berichtete der Münchner Merkur:

Für etwa 450 Kinder stehen nur zwei ordentliche Säle im sogenannten neuen Schulhaus zur Verfügung. Als dritter Unterrichtsraum wird der Keller benützt. Fortwährend tropft hier das Wasser von den Rohren. Ungenügende Beleuchtung, Kälte und Feuchtigkeit sind die weiteren Zimmergenossen der Kinder und Lehrer.

 

Ein Schul-Neubau wird geplant. Die Finanzierung ist jedoch äußerst schwierig, da Unterschleißheim als reine Wohngemeinde als besonders steuerschwach gilt. Und die jahrelangen Diskussionen um den Bauplatz - Drexler-Anger oder Lärchenstraße - verzögern die Realisierung.

Am 10. November 1956 konnte dann endlich das neue Schulhaus, die heutige Grundschule an der Johann-Schmid-Straße, unter großer Beteiligung der Bevölkerung eingeweiht werden.

 

Was heute nur noch wenige Unterschleißheimer wissen, der Platz vor der Schule wurde 1963 nach J.F.Kennedy benannt, als Dank für die Hilfe der Amerikaner beim Ausbau der Schul-Sportanlage.

 

Nachdem Unterschleißheim am Ende der Sechzigerjahre einen weiteren enormen Bauboom erfuhr, erhielt das Gebäude 1966 einen Anbau. Im Jahr 1969 überschritt man bereits die Grenze von 700 Schul-Kindern und es wurde 1971 ein Erweiterungsbau fertiggestellt, die heutige Mittelschule. In Bayern wurde 9. Schuljahr eingeführt und im gleichen Zeitraum alle Volksschulen nach Grund- und Hauptschulen getrennt.

 

So kommt es, dass 1972 drei Schulen unter einem Dach zu finden waren. Es bestand in den Räumen des Altbaus die Volksschule Unterschleißheim Süd unter der Leitung von Herrn Rektor Walter Baier, die allerdings nur die Klassenstufen 1 mit 4 umfasste. Sie wurde nun auch amtlich als Grundschule anerkannt und erhielt den Namen Grundschule am Kennedyplatz. Daneben gab es aber auch noch die eigenständige Hauptschule unter der Leitung von Rektorin Regina Stoll und unsere Grundschule an der Johann-Schmid-Straße unter der Leitung von Frau Anni Fischer, die auch heute zu unseren Ehrengästen zählt. Die Grundschule zählte damals 325 Kinder und 9 Klassen. Zuletzt musste auch noch die neu gegründete Sonderschule in den Seitenflügeln untergebracht werden, bis der eigene Schulbau stand.

 

 

Hier beginnt also auch unsere eigene Geschichte der Johann-Schmid-Grundschule.

Wie ging es weiter?

Nach dem Bau der Grundschule an der Raiffeisenstraße, heute Michael-Ende-Schule, wurde ein Teil der Schüler/innen dorthin umgesetzt und die Grundschule a. d. Johann-Schmid-Straße konnte in den Altbau umziehen, obwohl 4 Klassen aus Kapazitätsgründen vorübergehend an die Raiffeisenschule ausgelagert werden mussten.

 

Es ergab sich die Situation, dass in einem Gebäude zwei Grundschulen bestanden.

 

1991 zog die Grundschule am Kennedyplatz in das neue Schulgebäude an der Ganghoferstraße.

 

Nachfolger von Rektorin Anna Fischer war von 1989 bis 2001 Herr Rektor Ludwig Westermaier, Konrektorin war Frau Inge Doering. In seine Amtszeit fielen sowohl eine umfassende Sanierung der sanitären Räume und der Anbau einer überdachten Pausenhalle sowie die Gestaltung des Pausenhofs.

 

Ab 2001 wurde die Schule von Frau Rektorin Corina Romanacci geleitet, zunächst war noch Konrektorin Frau Carmen Deffner an ihrer Seite und ab 2012 übernahm Frau Ingeborg Schwab das Amt der stellvertretenden Schulleitung, welches sie – nach einem Jahr kommissarischer Leitung- auch noch immer mit Freude inne hat. Während der Amtszeit von Frau Romanacci wurde die Außenmauern der Schule energetisch erneuert und durch ihre Liebe zur Musik wurden unter ihrer Leitung zahlreiche Musikabende, Musikprojekte und sogar das Musical „ die Zauberflöte“ zum 50jährigen Jubiläum dargeboten.

 

Seit dem Jahr 2013 liegt es nun an mir, die Schule zu leiten und ihren wunderbaren Charakter weiterzuführen.

 

Claudia Denzinger, Rektorin